Akne und Rosazea

Was ist eine Akne?

Akne ist weltweit die häufigste Hauterkrankung und eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Talgdrüsenapparats und der Haarfollikel. Aufgrund verstärkter Talgproduktion (Seborrhoe) und einer Verhornungsstörung im Ausgang des Talgdrüsenfollikels bilden sich zunächst nicht-entzündliche Komedonen (Mitesser), im späteren Verlauf aber auch entzündliche Effloreszenzen wie Papeln (Knötchen), Pusteln (eitrige Bläschen) und Knoten. Nach Ausprägung und zunehmendem Schweregrad unterscheidet man die Acne comedonica von der Acne papulo-pustulosa und der Acne conglobata. Bis zu 90% aller Jugendlichen weisen im Alter von 15-18 Jahren Hautveränderungen im Sinne einer Akne auf. Betroffen sind insbesondere das Gesicht, die Brust und der Rücken. Meistens erfolgt nach der Pubertät eine spontane Rückbildung. Bis zu 7% der Betroffenen leiden anschliessend unter erheblichen Narben und bei rund 10% der Patienten bleibt die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus bestehen. Eine familiäre Häufung wird beobachtet. Weitere Faktoren bestimmen das Auftreten und den Krankheitsverlauf: bakterielle Besiedlung (Propionibacterium acnis), hormoneller Status (Androgenüberschuss), komedogene Substanzen in Kosmetika, Rauchen und Stress. Eine eigenhändige „Manipulation“ der Akne-„Pickel“ verursacht lediglich noch stärkere Entzündungen mit anschliessender narbiger Abheilung! Also: „Hands off“! – was verständlicherweise fast Jedem schwer fällt – denn hier gilt: „Es gibt kein Medikament das stärker wirkt  –  als die eigenen Hände!“.

Akne-Therapie

Die medikamentöse Therapie der Akne versucht die Talgproduktion zu reduzieren, den Verhornungsvorgang im Ausführungsgang des Talgdrüsenfollikels zu normalisieren, Bakterien zu bekämpfen und die Entzündungsreaktion günstig zu beeinflussen. Eingesetzt werden nach individueller Beratung und entsprechend dem aktuellen Hautbefund: Kosmetisch-professionelle mechanische Ausreinigung der Haut, Fruchtsäure (Waschemulsion, Gel, Lotion, Peeling), Benzoylperoxid (Gel, Creme, Waschgel), Retinoide (Gel, Creme), Antibiotika (Gel, Creme, Filmtabletten) und bei Frauen: die „Pille“ mit anti-androgener Wirkung. In schweren oder therapieresistenten Fällen kann die Verordnung des systemischen Vitamin A-Säure-Präparates: Isotretinoin erforderlich werden. Im Idealfall wird durch diese innerliche Behandlung, über einige Monate, die Talgproduktion dauerhaft reduziert. Eine Schwangerschaft muss bei dieser Therapieform in jedem Fall ausgeschlossen sein, da schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Kind auftreten könnten. Die Empfängnisverhütung wird bei Frauen unter systemischer Isotretinoin-Therapie durch die Verordnung und Einnahme der „Pille“ sichergestellt.

Aknenarben-Therapie

Erst nach Ausheilung einer akuten Akne sollte man sich um die Behandlung der verbliebenen Närbchen und Narben kümmern. Da sehr unterschiedliche Formen und Ausprägungen von Narben durch eine Akne entstehen können, sind auch die Behandlungsmethoden entsprechend zahlreich und müssen ganz individuell im persönlichen Beratungsgespräch festgelegt werden. Einzelne, sehr tiefe und kleine, sogenannte „ice-pick“-Narben können mit Stanzbiopsien (Entnahme eines Hautzylinders um die Narbe) operativ entfernt werden. Hier entstehen minimale, feine Närbchen im Hautniveau. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit hier ist ein Trichloressigsäure-Peeling (TCA Cross). Tiefe, schüsselförmige Narben eignen sich für eine Subzision. Dies ist eine flächige Anhebung der eingezogenen Narbe auf das Hautniveau durch operative Lösung der Bindegewebsstränge an der Narbenunterseite. Mit einer scharfen Strauss-Kanüle geht der Hautarzt von nur einem Punkt aus unter die Narbe ein und löst das Gewebe durch „scheibenwischer“-artige Bewegungen mit der Kanülenspitze. Eine zusätzliche, wiederholte Unterspritzungsbehandlung mit Hyaluronsäure kann das Hautrelief häufig sehr schön angleichen. Hypertrophe, knotenartig aufsitzende Narben, die insbesondere an Brust und Rücken imponieren, sind mit der sogenannten Kryotherapie, einer Vereisungsbehandlung mit flüssigem Stickstoff, und/oder einer intraläsionalen Unterspritzungsbehandlung mit Kortison und einem Zytostatikum anzugehen. Bei vielen minimalen und kleinen Narben, die das Hautbild im Gesicht unregelmässig und unruhig erscheinen lassen, bietet sich das Microneedling an. Die gesamte Narben-Umgebung wird hierbei entsprechend den ästhetischen Einheiten (Wangen, Nase, Mund, Stirn und Kinn) wiederholt behandelt. Häufig kann auch die Behandlung des ganzen Gesichtes, eine Full-Face-Therapie sinnvoll sein, da die Haut insgesamt gleichmässiger in Textur, Farbe und Oberflächenrelief wird. Durch die angeregte Kollagenneubildung verbessert sich das Ergebnis langfristig und erkennbar über bis zu 6 Monate. Erweiterte Äderchen und Braunfärbungen lassen sich übrigens auch sehr gut mit verschiedenen Lasern behandeln.

Was ist eine Rosazea?

Erweiterte rote Äderchen im Gesicht finden sich bei vielen Menschen und am häufigsten an Nase und Wangen. Sie können bei einer Couperose im Laufe des Lebens anlagebedingt auftreten, oder aber erste Symptome der Hauterkrankung: Rosazea sein. Diese Akne-ähnliche Hauterkrankung tritt meistens erst ab dem 40. Lebensjahr, und zwar bevorzugt an Nase und Wangen, aber auch an Stirn und Kinn auf, und wird bei Frauen etwas häufiger gesehen. Aufgrund der typischen Hauterscheinungen werden drei Schweregrade unterschieden. Die flächigen Rötungen im Gesicht bei einer Rosazea (Grad I) beruhen auf einer Vielzahl von feinen, erweiterten Äderchen, sogenannten Teleangiektasien. Kommen kleine Knötchen und eitrige Bläschen im Rahmen einer Befund-Verschlechterung hinzu, so liegt eine Rosazea (Grad II) vor. Die für eine Akne typischen Komedonen (Mitesser) treten bei der Rosazea nicht auf. Eine Sonderform stellt das sogenannte Rhinophym, die Knollennase dar, bei der eine übermässige Vermehrung der Talgdrüsen zu grotesken Entstellungen führen kann. Diese Form der Rosazea (Grad III) wird fast ausschliesslich bei Männern und zum Glück insgesamt sehr selten beobachtet. Eine Mitbeteiligung der Augen mit Bindehaut- und Lidrandentzündungen ist bei der okulären Form der Rosazea möglich, daher sollte auch eine Kontrolle beim Augenarzt erfolgen. Die Ursachen der Rosazea sind nicht geklärt.

Rosazea-Therapie

Die Behandlung der erweiterten Äderchen und Rötungen erfolgt am besten mit dem PROYellow-Laser. Die eingebrachte Licht-Energie erhitzt die Zielstruktur, den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) in den Äderchen. Diese verkleben, werden resorbiert und damit unsichtbar. Die geröteten Hautareale blassen ab. Es sind meist 3-4 Behandlungen in 4-wöchigen Abständen angeraten um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Die Behandlung ist relativ schmerzarm – eine Betäubung ist nicht erforderlich. Die konsequente Anwendung von fettfreien Lichtschutzpäparaten ist nach dieser Behandlung und überhaupt bei einer Rosazea empfohlen. Die medikamentöse Therapie der Rosazea versucht, die Talgproduktion zu reduzieren, Bakterien und Haarbalgmilben zu bekämpfen und die Entzündungsreaktion günstig zu beeinflussen. Eingesetzt werden nach individueller Beratung und entsprechend dem aktuellen Hautbefund: Milde Reinigung (Waschemulsion), Antibiotika (Gel, Creme, Filmtabletten), Metronidazol (Gel, Creme, Filmtabletten), Ivermectin (Creme) und in schweren oder ansonsten therapieresistenten Fällen kann die Verordnung des systemischen Vitamin A-Säure-Präparates: Isotretinoin erforderlich werden. Im Idealfall wird durch diese innerliche Vitamin A-Säure-Behandlung die Talgproduktion dauerhaft reduziert und die Erkrankung zum Stillstand gebracht. Eine Schwangerschaft muss in jedem Fall ausgeschlossen sein, da schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Kind auftreten könnten. Die Empfängnisverhütung wird bei Frauen unter systemischer Isotretinoin-Therapie durch die Verordnung und Einnahme der „Pille“ sichergestellt. Die operative Therapie kommt nur bei einem Rhinophym – Rosazea (Grad III) – in Betracht. Die knollenförmigen Hautüberschüsse an Nasenrücken und -flügeln werden entweder tangential mit Skalpell und Rasierer oder mittels CO2-Laser abgetragen. Eine Anmerkung zum Schluss: Mit der Anwendung eines Brimonidin-haltigen Gels in den betroffenen Hautarealen kann die Gesichtsrötung über insgesamt 12 Stunden – vorübergehend – deutlich reduziert werden. Dies kann im Einzelfall eine grosse Hilfestellung bei wichtigen Situationen im Beruf oder auch im privaten Bereich sein.

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